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Hallo liebe Forum-Besucher,
bin wie Christian Student der Medizin in Wien und möchte anlässlich eines interessanten Artikels, den ich kürzlich gelesen habe, das Thema Laktoseintoleranz genauer beleuchten. Hoffe dieser Forumsbeitrag hilft allen Betroffenen offene Fragen zu klären und den Austausch eurer Erfahrungen bzw. Tipps zu erleichtern. Ursache der Laktoseunverträglichkeit ist eine fehlende oder verminderte Produktion des Verdauungsenzyms Laktase, das sich in der Schleimhaut unseres Dünndarms befindet. Dieses ist notwendig um den Milchzucker (=Laktose) in seine Einzelbestandteile (für Interessierte: Glukose und Galaktose) zu spalten, die dann in das Blut aufgenommen werden können. Wird der Milchzucker jedoch nicht gespalten, gelangen größere Mengen in tiefere, mit Bakterien besiedelte Darmabschnitte. Dort freuen sich die Bakterien über das gefundene Fressen (den Milchzucker) und bilden im Gegenzug dazu große Mengen an Gasen und organischen Säuren. Diese wiederum bewirken ein (so genanntes osmotisches) Einströmen von Wasser in den Darm sowie vermehrte Darmbewegungen und verursachen die weiter unten genannten Symptome. Grundsätzlich sind drei Formen bekannt:
typische Beschwerden, die bei Laktoseunverträglichkeit auftreten sind je nach Ausmaß des Laktasemangels:
Wichtig ist darauf zu achten, ob nach Genuss milchhaltiger Produkte Hautausschläge, Nesselfieber, Asthma oder Kopfschmerzen auftreten, da dann die Möglichkeit einer richtigen Milchallergie besteht. Diese sollte in jedem Fall von einem Arzt abgeklärt werden! Hilfreich bei der Unterscheidung ist, dass die Beschwerden im Falle einer Allergie bereits bei der Aufnahme sehr geringer Mengen auftreten. Die Möglichkeiten des Arztes eine Laktoseunverträglichkeit zu diagnostizieren sind folgende:
Die wichtigste Maßnahme bei Laktoseunverträglichkeit ist das Vermeiden bzw. Reduzieren von Milch oder milchhaltigen Produkten. Es ist empfehlenswert den Grad der Einschränkung individuell anzupassen, da das Ausmaß des Laktasemangels unterschiedlich ist. Wichtig ist in diesem Zusammenhang noch, dass Milch und Milchprodukte ein wesentlicher Calciumlieferant sind. Daher sollte immer bedacht werden, dass mit der Reduktion der Milcheinnahme auch die Zufuhr von Calcium abnimmt und einem Mangel vorgebeugt werden sollte (u.a besteht sonst ein erhöhtes Osteoporoserisiko). Jetzt stellt sich natürlich noch die Frage, in welchen Lebensmitteln Milchzucker überhaupt enthalten ist, damit man diese dann im Falle einer Unverträglichkeit bewusst meiden bzw. reduzieren kann. Wichtig ist auf den Inhaltsetiketten nach Milch, Milchzucker (=Laktose) Ausschau zu halten. Unter anderem sollte auch bei Backwaren immer nach gefragt werden. Zu beachten ist, dass Laktose auch in vielen Medikamenten vorkommen kann! Bin bereits gespannt auf eure Berichte, Erfahrungen und Tipps, die allen Betroffenen das Leben mit Laktoseunverträglichkeit erleichtern können. Lg, Rene hier noch ein interessanter Artikel in der Zeit zum Thema Laktoseintoleranz aus der Sicht der Evolution betrachtet Quellen: Skriptum "Ernährung und Verdauung" |
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#2
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Geniale Zusammenfassung Rene!
Meine Oma hat sich letztens bei mir über dauernde Durchfälle beschwert (schon endoskopisch abgeklärt) - ich hab ihr dann 100 Fragen gestellt... und bin auch nicht weitergekommen, bis mir ihre Tochter - meine Tante - mir erzählt hat, das sie noch eine Laktoseintoleranz hat. (Hat die Omi scheinbar vergessen )Das zum Thema Anamneseerhebung *lol* (na wenigstens hab ich noch die "Angehörigen" befragt )Jetzt wird Diät gehalten - hehe! Ich schick ihr Deine Zusammenfassung gleich weiter! lg, Christian.
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"May you live all the days of your life." -Jonathan Swift |
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ja, eben erst entdeckt! Danke dir - habe gleich mal einen Pöng vergeben
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@Morgan: Danke
Vielleicht würde das Thema im "Ernährung und Wellness"-Bereich mehr Anklang finden? (Wärs denn möglich das dorthin zu verschieben?)Hier etwas Aktuelles: Ausgehend von Morgans Frage (im Thema Ständiges Müdigkeitsgefühl), ob Müdigkeit(sanfälle) in einem Zusammenhang mit dem Verzehr von Milch stehen können, möchte ich hier mal eine kleine Umfrage machen: Hat jemand (mit bekannter oder Verdacht auf Laktoseintoleranz) nach dem Trinken von Milch häufig bemerkt, dass er/sie besonders müde wird? Würde mich interessieren, wie häufig das tatsächlich ist... Lg, Rene Geändert von Rene (07.10.2009 um 10:22 Uhr) |
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#5
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Hallo Rene,
nach dem Verzehr von Milch, bekomme ich Durchfall. Müdigkeitserscheinungen habe ich nicht festgestellt. Viele Grüße Uta |
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Hi Rene,
ok, ich habe das Thema in das Forum Ernährung verschoben - ist wahrscheinlich thematisch besser aufgehoben. Zu deiner Frage: ich nehme Milch nur im Kaffee zu mir - und müde werde ich davon dann nicht ![]() Euch einen schönen Abend, Morgan |
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@ Naterski oder andere mit Laktoseintoleranz
was mich hierzu noch interessieren würde: wie geht ihr damit um? Alles mit Milchzucker meiden? oder das Enzym nachessen? |
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In einem aktuellen Bericht über das Leben mit Laktoseintoleranz werden neben einigen der bereits hier angeführten, noch weitere Informationen, besonders den wesentlichen Aspekt der Ernährung betreffend, geliefert. Da ich auf diesen Punkt hier bisher nicht im Detail eingegangen bin, möchte ich euch den entsprechenden Absatz nicht vorenthalten (Unterstreichungen von mir):
...Nun gilt es, den Speiseplan entsprechend anzupassen, was am besten mit der Unterstützung eines Ernährungsberaters gelingt. Er setzt den Betroffenen zunächst so lange auf eine milchzuckerarme oder -freie Diät, bis dieser wieder beschwerdefrei ist. „Das kann schnell gehen oder einige Wochen dauern - abhängig davon, wie lange und schwer die Intoleranz bereits vorhanden ist“, sagt Weißkirchen. Anschließend geht es darum, herauszufinden, wie viel Laktose der Patient noch verträgt. Denn das ist die gute Nachricht: Nur in sehr seltenen Fällen liegt eine totale Laktoseintoleranz vor. Meist wird einfach nur weniger Milchzucker vertragen als die 20 bis 30 Gramm, die jeder Deutsche pro Tag durchschnittlich zu sich nimmt. „Bei manchen Betroffenen genügt es bereits, auf Trinkmilch zu verzichten, da diese den höchsten Gehalt an Milchzucker hat.“ Bei Sahne, Magerquark oder Milcheis ist ebenfalls Vorsicht geboten, und auch Fertigprodukten sind oft größere Mengen Milchzucker zugesetzt. Butter und Schnittkäse wie Gouda oder Edamer hingegen enthalten nur geringe Mengen und können daher meist bedenkenlos verzehrt werden. Als Ergänzung eignen sich sogenannte laktosefreie Milchprodukte. Julia Weißkirchen rät jedoch davon ab, die Ernährung ganz auf diese Produktpalette umzustellen: „Erstens sind diese Produkte ziemlich teuer, und zweitens ist es in jedem Fall empfehlenswert, die noch vertragene Milchzuckermenge auch weiterhin zu sich zu nehmen. Denn sonst sinkt der Schwellenwert weiter.“ Wer ganz auf Milchprodukte verzichtet, muss seine Kalziumversorgung im Blick behalten. Um einem Mangel vorzubeugen, sollte viel kalziumreiches Gemüse wie Brokkoli oder Lauch verzehrt und entsprechendes Mineralwasser getrunken werden. Auch die Einnahme von Mineralstoffpräparaten kann sinnvoll sein, sollte aber immer mit dem Arzt abgesprochen werden. Nebenher noch kurze wissenswerte Facts zu dem immer größer werdenden Segment an laktosefreien Milchprodukten: Die Lebensmittelindustrie hat eine neue Nische für sich entdeckt: In den Supermarktregalen finden sich immer häufiger sogenannte laktosefreie Milchprodukte. „Der Begriff 'laktosefrei' stimmt jedoch nicht ganz", erklärt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn. „Genau genommen wurde den Produkten einfach das Enzym Laktase zugesetzt." Dadurch findet der entscheidende Umbauprozess, der normalerweise erst im Dünndarm abläuft, bereits im Produkt statt: Der Milchzucker wird in die verträglichen Einfachzucker Glukose und Galaktose aufgespalten - übrig bleibt lediglich ein minimaler Restgehalt von 0,1 Milligramm Laktose pro 100 Gramm Lebensmittel. Den vollständigen Artikel der Welt Online gibts unter folgendem Link: http://www.welt.de/wissenschaft/medi...z-gelingt.html Würde mich interessieren wie die Betroffenen in der Community denn damit umgehen!? Hat bereits jemand Erfahrung mit der Einnahme von Laktasetabletten? Diesbezüglich konnte ich leider noch nicht allzu viel in Erfahrung bringen - außer, dass man die Verwendung mit einem Arzt absprechen und einen dauerhaften Einsatz eher vermeiden sollte... lg, Rene |
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#9
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Ich komme gut damit klar, nur noch laktosefreie Milch zu trinken bzw. morgens in mein Müsli zu kippen.
(Minus L heisst eine Firma, da ist die Milch recht teuer 1,5 l für 1,59, aber bei Netto und Plus gibts auch diese laktosefreie Milch für 99 Cent) |
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