#1  
Alt 13.09.2009, 04:40
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Frage N Ulnaris Syndrom

Hallo Leute,

ich habe in meiner linken Hand seit knapp 1 1/2 Jahren starke Beeinträchtigungen.
Zu Beginn hatte ich ein leichtes Kribbeln im kleinen Finger, was immer wieder mal kam und ging. Das belief sich auf ca.1/2 Jahr. Damals wurde mir noch erklärt, das es durch eine Sehnenentzündung hervor gerufen werden kann und sich aber wieder gibt. Seit nunmehr weiteren 1 1/2 Jahren hat es sich soweit entwickelt, dass ich in der Hand keinerlei Kraft mehr besitze, mein kleiner Finger ist komplett und mein Ringfinger zur Hälfte taub. Die Taubheit zieht sich bis zum Handgelenk in den genannten Fingersträngen runter. Weiterhin haben sich in meiner Hand sämtliche Muskeln zurück gebildet ( Muskelschwund ), es besteht eine Krümmung im kleinen Finger und ich kann die Finger zur ausgestreckten Hand nicht mehr schließen. Nach einem Besuch beim Neurologen wurde ich überwiesen zum MRT, danach erfolgte bei ihm das EMG. Meine Arbeit kann ich nunmehr seit dem 05.06.09 nicht mehr ausführen. Laut aller Befunde war eine Operation unumgänglich. Diese wurde dann im Krankenhaus am 24.06.09 durchgeführt mit 3 tägigem Klinikaufenthalt.Dazu wurde der Ulnarisnerv im Ellbogen nach außen hin versetzt. Für 2 1/2 Wochen bekam ich einen Teilgips von der Hand bis zur Schulter. Meinen Arm konnte ich dann erst nach ca. 6-8 Wochen wieder anwinkeln.
Trotz OP ist bis jetzt noch keine Besserung eingetreten, daher ist hier meine Frage, ob jemand Erfahrungen mit diesem Syndrom hat bzw. hatte. Wenn ja, wie lange dauerte der Heilungsprozess an???
Danke Euch schon mal im Voraus
Liebe Grüße
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  #2  
Alt 13.09.2009, 15:38
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ChristianK befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard AW: N Ulnaris Syndrom

Hallo engelchen,

Was genau geht denn jetzt noch nicht? Das spreizen und schließen der Finger? Wurde dir eigentlich keine Physiotherapie angeboten?
Ich selbst habe keine Erfahrung damit. Was wurde eigentlich genau diagnostiziert? ein Sulcus nervi ulnaris Syndrom? Weil Du sagtest, der Nerv wurde bei der OP aus der Ellenbeuge rausverlagert... War der Sulcus (wo der Nerv im Bereich des Ellgenbogen verläuft) zu schmal, oder hat sich der Nerv da immer wieder rausverlagert?

lg,

Christian.
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  #3  
Alt 16.09.2009, 13:23
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angie1948 ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
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Hallo Engelchen,
ojeh,...genau dieses hatte ich 2006 auch! Zuerst diese Beschwerden (Kribbeln des Ring- und Zeigefingers), dann keinerlei Kraft mehr in diesen Fingern. Es hieß sofort, Erkrankung des Ulnaris-Nervs. Mein Sohn, der Fitness-Fachwirt und Ernährungsberater ist und sich sehr gut mit dem Körperbau auskennt, sagte, dies kommt von der Halswirbelsäule. Der Arzt verneinte es vehement. Dann erfolgten Untersuchungen beim Neurologen und Orthopäden. Es wurde doch operiert (am Ellenbogen), aber ambulant unter Vollnarkose. Abend hat sich der Arzt nach dem Befinden erkundigt und auch sofort erklärt, dass diese OP sinnlos war, das Bett des Nervs war okay. Nun müßte er die Schulter operieren, damit die Beschwerden beseitigt werden.
Ich liess mir das aber nicht machen, sondern liess mich gründlich (Kernspin) untersuchen. Und.....es wurden 2 Vorfälle an der HWS festgestellt. Mit manueller Therapie und auch entsprechender sportlicher Betätigung bin ich fast ohne Beschwerden, nur der kleine Finger ist noch ein wenig nach innen verkrümmt.
Mein Tip.......spreche mal den Arzt auf die HWS an!
Mich ärgert nur, dass ich nicht auf meinen Sohn hörte!!!!

Alles Gute für Dich und lass mal hören, wie es geht!!
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  #4  
Alt 18.09.2009, 15:36
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Zitat:
Zitat von ChristianK Beitrag anzeigen
Hallo engelchen,

Was genau geht denn jetzt noch nicht? Das spreizen und schließen der Finger? Wurde dir eigentlich keine Physiotherapie angeboten?
Ich selbst habe keine Erfahrung damit. Was wurde eigentlich genau diagnostiziert? ein Sulcus nervi ulnaris Syndrom? Weil Du sagtest, der Nerv wurde bei der OP aus der Ellenbeuge rausverlagert... War der Sulcus (wo der Nerv im Bereich des Ellgenbogen verläuft) zu schmal, oder hat sich der Nerv da immer wieder rausverlagert?

lg,

Christian.
Hallo Christian,

spreizen der Finger geht, jedoch kann ich sie nicht schließen. Physiotherapie wurde mir bis heute nicht verordnet, der Chirurg, welcher mich operierte, zeigte mir in der Nachkontrolle einige Bewegungen, welche ich auch zu Hause ausführen kann ( er meinte, um mir die Kosten der Therapie zu sparen***hmmm ). Beim MRT wurde folgendes diagnostiziert: Neuropathie des N.ulnaris,Einengung im Bereich des Cubitaltunnels durch kleines Ganglion und diskrete Arthrose.
Soweit wie ich auch weiß, war der Nerv im Ellenbogen eingeklemmt durch das dort befindliche Fettgewebe.
Also meine Beschwerden sind wie gehabt, die OP hat meines Erachtens nach noch nichts gebracht. Im Gegenteil, wenn ich mich jetzt stoße am Ellbogen, könnt ich vor Schmerzen die Decke hoch gehen....
Ich habe jetzt aber am 21.09. wieder einen Termin beim Neurologen und am 24.09. beim Chirurgen. Bin gespannt, was da denn heraus kommt...

Liebe Grüße
Jacqueline
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  #5  
Alt 18.09.2009, 16:19
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Zitat:
Zitat von angie1948 Beitrag anzeigen
Hallo Engelchen,
ojeh,...genau dieses hatte ich 2006 auch! Zuerst diese Beschwerden (Kribbeln des Ring- und Zeigefingers), dann keinerlei Kraft mehr in diesen Fingern. Es hieß sofort, Erkrankung des Ulnaris-Nervs. Mein Sohn, der Fitness-Fachwirt und Ernährungsberater ist und sich sehr gut mit dem Körperbau auskennt, sagte, dies kommt von der Halswirbelsäule. Der Arzt verneinte es vehement. Dann erfolgten Untersuchungen beim Neurologen und Orthopäden. Es wurde doch operiert (am Ellenbogen), aber ambulant unter Vollnarkose. Abend hat sich der Arzt nach dem Befinden erkundigt und auch sofort erklärt, dass diese OP sinnlos war, das Bett des Nervs war okay. Nun müßte er die Schulter operieren, damit die Beschwerden beseitigt werden.
Ich liess mir das aber nicht machen, sondern liess mich gründlich (Kernspin) untersuchen. Und.....es wurden 2 Vorfälle an der HWS festgestellt. Mit manueller Therapie und auch entsprechender sportlicher Betätigung bin ich fast ohne Beschwerden, nur der kleine Finger ist noch ein wenig nach innen verkrümmt.
Mein Tip.......spreche mal den Arzt auf die HWS an!
Mich ärgert nur, dass ich nicht auf meinen Sohn hörte!!!!

Alles Gute für Dich und lass mal hören, wie es geht!!
Liebe Angie,

vielen Dank vorerst Dir und natürlich auch dem Christian für Eure Beiträge.
Ich habe es schon oft gehört, das diese Art von Beschwerden durch die HWS verursacht werden. Da ich ja nächste Woche meine Arzttermine habe, werde ich es gleich mal ansprechen. Ich danke Dir für den Tipp. Ich werde mich dann Ende der nächsten Woche noch einmal hier äußern.

Vielen lieben Dank nocheinmal
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende Euch
Jacqueline
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  #6  
Alt 19.09.2009, 12:46
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Hi Jacqueline,

bin schon sehr gespannt, was bei Deinen nächsten Arztbesuchen rauskommt. Hoffe das Allerbeste für Dich und das wieder alles in Ordnung kommt und Du bald wieder kräftig zupacken kannst!

lg,

Christian.
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  #7  
Alt 25.09.2009, 16:48
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drachenfrau ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
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Hallo, ich hoffe es macht euch nichts aus, dass ich mich in den Faden dränge, aber da ich ein ähnliches Problem habe, dachte ich mir ich schreibe gleich hier.
Ich (w. 50J.) habe seit 10.6.08 2 pelzige Finger (teilweise Ringfinger + kleiner Finger)an der li. Hand, Schmerzen hatte ich keine evtl. etwas weniger Kraft.
Das ganze trat 3 1/2 Wochen nach einer offenen Schulter-Op mit Plexuskatheter auf.
Die Beschwerden nahmen zu wenn der Ellenbogen oder der Unterarm auflag, ich lange das Telefon ans Ohr gehalten habe und am PC gearbeitet habe.

Bei der Nachkontrolle beim Orthopäden wegen der Schulter-OP hatte ich ihm die Beschwerden geschildert. Worauf er meinte ich solle den Arm schonen und beim Ablegen ein Polster unterlegen. Leider brachte das keine Besserung und ich wurde zum Neurologen überwiesen.
Der Befund beim Neurologen im Juli 08 lautete:
Sensibilitätsprüfung mit Hypalgesie des D5 li und der ulnaren Handkannte.
Neurographie: Es werden 3 Nervenleitgeschwindigkeiten berechnet, wobei die mittlere die über dem Kubitaltunnelsyndrom ist. Diese darf nicht mehr als 12 m/s langsamer sein als die NLG im distalen Abschnitt und nicht mehr als 16 m/s als die NLG im proximalen Abschnitt.
NLG distal: 63 m/s
NLG über dem Kubitaltunnel: 32 m/s
NLG proximal 56 m/s
Klinisch und neurographisch liegt ein eindeutiges Kubitaltunnelsyndrom (Ulnarisrinnensyndrom) vor.

Zwischenzeitlich ist mir auch wieder eingefallen, dass ich mir bei einem Treppensturz 2005 den li. Ellenbogen ziemlich angestoßen habe (Rö-Aufnahme wurde damals keine gemacht).
Ich war heuer im Juli nochmal zu einer Kontrolle (NLG) bei der Neurologin, die Werte haben sich leider nicht gebessert. Es ist nach wie vor eine relevante Leitungsverzögerung da.
Im kleinen Finger habe ich etwas weniger Kraft und er ist leicht pelzig. Schmerzen (im Ellenbogen, Handkannte u. kleiner Finger) habe ich hauptsächlin nachts, wenn ich mal wieder blöd auf dem Arm gelegen habe, allerdings treten sie seit Kurzem auch teilweise tagsüber auf.
Anfang September wurde eine Röntgenaufnahme beim Chirurgen von meinem Ellenbogen gemacht, da kam raus :
leichte Corticalisauftreibung ulnarseitig proximale Ulna.
Außerdem sagte der Chirurg, dass meine Handmuskeln schon leicht zurückgegangen wären.
Natürlich hat er mir - wie schon mein HA - eine OP empfohlen.
Da mich das schon ein bisschen geschockt hat, habe ich ganz vergessen zu fragen, ob dann bei der OP nur eine Druckentlastung des Nervs gemacht wird, oder ob auch was am Knochen gemacht werden müsste.
Ich habe mich auch noch nicht entschieden, ob ich mich überhaupt operieren lasse. Leider liest man immer wieder dass viele Patienten mit dem OP-Ergebnis nicht zufrieden sind.
Und dann ist da noch die Frage wo ich mich operieren lassen soll, der Chirurg ist sehr nett und er hat mir schon oft geholfen, aber wie oft er ein Kubitaltunnelsyndorm operiert weiss ich nicht. Oder soll ich mir lieber einen Neurochirurgen oder Handchirurgen suchen. Wie lange kann man nach so einer OP nicht arbeiten und Sport treiben.
Ist es besser die OP stationär machen zu lassen oder ist das ambulant o.k.?
Vielen Dank für eure Antworten
LG drachenfrau
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  #8  
Alt 25.09.2009, 19:05
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Hallo drachenfrau,

laut der Leitlinie der Deutschen Gesellschaften für Handchirurgie, Neurochirurgie, Neurologie, Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (in kursiver Schrift) sollte mit einer OP nicht gezögert werden, wenn die Beschwerden wie Taubheit und Schwäche anhalten oder fortschreiten. Spätestens bei Feststellung eines Muskelschwunds ist ein operativer Eingriff dringend erforderlich und ein weiteres Zuwarten mit der Gefahr einer bleibenden Schädigung verbunden.
-> Aus dieser Sicht (da ja beide Punkte auf dich zutreffen), haben dir dein Chirurg und dein Hausarzt schon das Richtige nahe gelegt.

Daher wird vermutlich auch das OP-Ergebnis unter anderem davon abhängen, wie lange die Beschwerden schon bestanden haben bzw. wie weit diese bereits Fortgeschritten sind:
Die Rückbildung der Beschwerden beansprucht in der Regel einen längeren Zeitraum, in fortgeschrittenen Fällen nicht selten bis zu einem Jahr. Wenn vor der Operation bereits für längere Zeit ein Muskelschwund bestanden hat, ist dieser nicht in allen Fällen rückbildungsfähig.

Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass die Symptome trotz OP nach einem längeren beschwerdefreien Intervall erneut auftreten.

Bezüglich der Durchführung der OP schreiben die genannten Gesellschaften:
Der Eingriff erfolgt zumeist ambulant und in örtlicher Betäubung des Operationsgebiets oder des gesamten Arms. In bestimmten
Fällen kann die Operation auch in Vollnarkose und stationär durchgeführt werden
(Anm.: also eher, wenn es bestimmte Gründe gegen eine ambulante Durchführung gibt, wie Nebenerkrankungen). Eine Blutsperre wird von vielen Operateuren bevorzugt.
Während früher die Verlagerung des Ellennervs in die Ellenbeuge üblich war, bevorzugt man heute in den meisten Fällen die einfache
Dekompression
(=Druckentlastung), ohne dass der Nerv aus seinem Bett entfernt wird. Dieser Eingriff ist deutlich kleiner, hat weniger Risiken und führt meist zu dem gleichen Ergebnis wie die Verlagerung des Nervs. Die Dekompression kann bei entsprechender Erfahrung des Operateurs auch endoskopisch (Anm.: d.h. mit Hilfe einer kleinen Kamera und Instrumenten, die über kleine Löcher in der Haut eingeführt werden) vorgenommen werden.
-> Würde also mal mit deinem Chirurgen darüber sprechen, welches operative Verfahren er anwenden möchte und aus welchem Grund. Eine zweite Meinung, möglichst eines (Hand-/Neuro-)Chirurgen, der mit solchen Eingriffen Erfahrung hat, einzuholen, ist bestimmt auch eine gute Möglichkeit.

Zur Dauer der Schonung nach der OP:
Bei der einfachen Dekompression ist eine Ruhigstellung nicht erforderlich.
Das Ellenbogengelenk kann am nächsten Tag nach dem Eingriff wieder bewegt, sollte jedoch in den ersten Tagen nicht allzu sehr belastet werden. Bei der Verlagerung des Nervs unter den Muskel (submuskulär) bevorzugen die meisten Operateure eine Ruhigstellung in einer (Gips-)Schiene für 2-3 Tage (bis zu maximal 4 Wochen).
Die Arbeitsunfähigkeit beträgt je nach Beruf durchschnittlich 2-4 Wochen, bei der Verlagerung eventuell länger. Bei Vorliegen einer Muskelschwäche kann eine krankengymnastische oder ergotherapeutische
Übungsbehandlung sinnvoll sein.

-> Die Dauer der Schonung ist also abhängig von der Art der Operation.

Hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen und wünsche dir alles Gute für die weitere Behandlung (wie auch immer du dich entscheidest),

Lg,

Rene

Die vollständige Patienteninformation der Leitlinie der Deutschen Gesellschaften für Handchirurgie, Neurochirurgie, Neurologie, Orthopädie und Orthopädische Chirurgie zum Kubitaltunnelsyndrom findest du hier:
http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/005-009p.pdf

Geändert von Rene (26.09.2009 um 10:50 Uhr)
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  #9  
Alt 25.09.2009, 20:18
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Hallo Rene,
erstmal danke für deine Antwort. Bist du persönlich betroffen oder warum kennst du dich so gut aus?
Das mit der Rückbildung der Handmuskeln ist eigentlich nur dem Cirurgen aufgefallen, für mich sieht die Hand wie immer aus.
Der Chirurg wäre vor Ort, was für mich die Nachbehandlung erleichtern würde. Ein Neurochirurg ist etwa 50 km entfernt, was nach der OP zum Problem werden könnte, da ich die erste Zeit bestimmt nicht autofahren kann.
Ich selber meine dass die Beeinträchtigungen (leicht pelziger kl. Finger und Außenseite des Handrückens, zeitweise ziehende u. brennende Schmerzen vom Ellenbogen richtung Hand) garnicht sooo schlimm sind und dann raten mir gleich zwei Ärzte zur OP.
Hat sonst noch jemand persönliche Erfahrungen?
LG drachenfrau
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  #10  
Alt 26.09.2009, 10:48
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Persönlich betroffen bin ich nicht davon. Kann daher in dem Fall nur mit dem, was ich bisher im Laufe meines Medizinstudiums darüber gehört/gelesen habe, aushelfen. Die Infos in kursiver Schrift, stammen, wie oben erwähnt, aus der genannten Leitlinie der Deutschen Gesellschaften für Handchirurgie, Neurochirurgie, Neurologie, Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (und die sollten genug Erfahrung mit Patienten haben, um zu wissen, welche Empfehlungen sie abgeben ).

Noch kurz zur Beeinträchtigung der Muskeln im Handbereich bei Läsion des N. ulnaris (Infos stammen aus Neurologiebuch, Anmerkungen von mir kursiv in Klammer):

Beeinträchtigung der Beugung und der Ulnarduktion (="Beugung in Richtung Elle") im Handgelenk. Beugung der Finger 4-5 ist im distalen Interphalangealgelenk (im Zwischenfingergelenk zwischen letztem und mittlerem Fingerglied) stark beeinträchtigt, weniger ausgeprägt die Beugung der Finger 2-5 im Grundgelenk. Die Kraft für Spreizen und Schließen der Finger 2-5 ist deutlich reduziert, es besteht auch eine Schwäche für das Strecken der Finger 2-5 in den Interphalangealgelenken (=Zwischenfingergelenken). Auch die Adduktion (das Heranführen) des Daumens ist deutlich beeinträchtigt.

Erwähnenswert ist in dem Zusammenhang auch das Bild der so genannten "Krallenhand", das sich bei Betrachtung bietet.

Bei schon länger bestehender N. ulnaris-Parese liegen sichtbare Atrophien (=Rückbildungen) der Muskulatur des Hypothenar (=Kleinfingerballen), der Mm. interossei (Muskeln zwischen den Mittelfingerknochen) und des M. adductor pollicis ("Daumenanzieher"), so dass die Hand, vom Handrücken aus betrachtet, wie skelettiert wirkt.

Ein Bild von den Rückbildungen der Muskulatur habe ich hier entdeckt:
http://www.iatrum.de/sulcus-ulnaris-syndrom.html

Vielleicht hilft dir das ja, bei der Beurteilung deiner Handmuskulatur.

Würde nach wie vor erstmal mit deinem Chirurgen ein detaillierteres Gespräch über die OP in Betracht ziehen.

Lg,

Rene


Quelle: Zeiler, Auff, Deecke; Klinische Neurologie I
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