|
|||||||
| Umfrageergebnis anzeigen: Macht eine durchdachte und nachhaltige Drogen Dekriminalisierungspolitik Sinn? | |||
| Ja |
|
11 | 73,33% |
| Nein |
|
4 | 26,67% |
| Teilnehmer: 15. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen | |||
![]() |
|
|
LinkBack | Themen-Optionen | Thema durchsuchen | Ansicht |
|
#1
|
||||
|
||||
|
Hallo Leute,
ich habe vor zwei Wochen im Fernsehen einen Bericht über die Dekriminalisierung von Drogen in Portugal gesehen. Die Portugiesen hatten offenbar ein nicht mehr in den Griff zu bekommendes Drogenproblem. Es wurden alle! illegalen Drogen zwar nicht legalisiert aber nicht mehr strafrechtlich verfolgt. Die Idee dahinter ist, dass man den betroffenen Menschen statt des Gefängnisses, Therapie anbieten kann (also zum Beispiel Erhaltungs oder Entwöhnungstherapie mittels Methadon o.ä.). Neben allen gesundheitlichen Vorteilen für die Betroffenen, versprach sich die portugiesische Regierung davon, dass die Menschen zu ebensolchen Therapieprogrammen (das wird zB mittels mobilen "Entwöhnungsbussen" gemacht) kommen können, ohne Angst haben zu müssen, bestraft oder eingesperrt zu werden. Also besser erreichbar werden. Weiters sollte die (Beschaffungs)kriminalität dadurch zurückgehen. (Die hatten da ganz Böse Straßengangbildungen...). Ausserdem hat Portugal offenbar auch das Problem, dass Drogen über den Seeweg an allen Ecken und Enden ins Land geschippert werden und die Behörden quasi gegen eine Hydra kämpfen, also der Kriminalität immer einen Schritt hinten nach waren. Daher mussten neue Lösungsansätze her. Das heisst an der Nachfrage zu drehen, anstatt rein gegen den Nachschub zu kämpfen. Der Erfolg gibt den Portugiesen offenbar zumindest nicht unrecht. Eine Veröffentlichung kam zu dem Schluss, dass: "“Drug Decriminalization in Portugal: Lessons for Creating Fair and Successful Drug Policies” zeigt, dass nach sieben Jahren der Quasi-Legalisierung kein Anstieg des Drogenkomsums in der Bevölkerung zu beobachten ist.". Interessierte können hier weiterlesen: http://dropo.net/2009/04/kein-anstie...n-in-portugal/ Das angesprochene Papier dazu: http://www.cato.org/pubs/wtpapers/gr...whitepaper.pdf Und sogar die TIME hat dem Thema einige Seiten gewidmet: http://www.time.com/time/health/arti...893946,00.html Mich interessiert nun, was die esando Community davon hält. Wobei offensichtlich ist, dass es hier nicht um die Holland-Legalisierungs-Debatte geht, sondern um einen menschenwürdigen Lösungsansatz, wobei die Portugiesen sehr daran interessiert sind zwischen Legalisierung und Stop der strafrechtlichen Verfolgung (wenn hier Menschen beim Konsum erwischt werden, werden sie übrigens vom Gericht zu einem Therapieprogramm verpflichtet - was die Bemühung dese Rechtssystems unterstreichen soll), zu unterscheiden. Darüber hinaus, wurde in dem Bericht auch erwähnt, dass ein befürchteter Drogentourismus Strom völlig ausgeblieben ist. Ich bin sehr gespannt auf eure Meinungen dazu und habe diesmal die Antwort der Umfrage bewusst kurz und prägnant gehalten, sodaß wir nicht vor dem Problem stehen, dass sich manche Leute, mit Nebensätzen sich nicht gänzlich identifizieren können. lg, Christian.
__________________
"May you live all the days of your life." -Jonathan Swift |
|
#2
|
|||
|
|||
|
Dies ist ein sehr gewagter Schritt.
Meine Meinung ist aber,dass wenn es wirklich etwas bringt,dann sollte Portugal dieses Programm auf längere Zeit durchziehen. Hoffen wir nur, dass es nie so einen starken Dogenkonsum in Deutschland gibt, dass zu solchen Maßnahmen gegriffen werden muss. lG |
|
#3
|
||||
|
||||
|
Mutig und aufwändig ist dieser Schritt allemal. Das meine ich auch.
Die Änderung der Gesetze erfolgte im Jahre 2001, das System läuft also seit fast 9 Jahren und so wie es aussieht, denken die Portugiesen nicht daran es aufzugeben. Einerseits wurde zwar festgestellt, dass der Drogenkonsum nicht gestiegen ist (kritische Personen mögen anmerken, dass eine Reduktion sicher wünschenswert wäre...), andererseits konnte die Dunkelziffer der Abhängigen erniedrigt, der Zugang zu den Abhängigen Drogenuseren erhöht und die (Beschaffungs)Kriminalität und "Gangbildung" vermindert werden. Was schlussendlich der gesamten Bevölkerung zu Gute kommt. lg, C.
__________________
"May you live all the days of your life." -Jonathan Swift |
|
#4
|
||||
|
||||
|
das ist wirklich ein interessanter Ansatz. So wie man Holland kennt, hätte ich jetzt allerdings erwartet, dass sich auch der dazugehörige Drogentourismus einstellt. Es besteht wohl dann doch noch ein Unterschied zwischen Legalisierung und "nicht strafrechtlich verfolgen".
|
|
#5
|
|||
|
|||
|
Ich finde das portugiesische Programm sehr gut.
Da hiermit nicht nur den Süchtigen geholfen wird, sondern auch gleichzeitig die Gefängnisse und Gerichte entlastet werden |
|
#6
|
||||
|
||||
|
Ich finde ebenfalls, dass dies ein sehr mutiger Ansatz ist und meine der Erfolg gibt Portugal recht.
Denke, dass es gerade im Bereich der Drogenabhängigkeit enorm wichtig ist, entsprechende Therapien anbieten zu können. Wenn durch die Dekriminalisierung mehr finanzielle Mittel dafür zur Verfügung stehen, ist das meiner Meinung nach sehr von Vorteil. lg, Rene |
|
#7
|
||||
|
||||
|
Habe folgende aktuelle interessante Meldung entdeckt, die zwar nichts mit Portugal zu tun hat, aber mit der Dekriminalisierung von Marihuana zu medizinischen Zwecken:
US-Regierung genehmigt Marihuana als Medizin Die amerikanische Regierung beendet die rechtliche Unsicherheit beim Marihuana-Konsum aus medizinischen Gründen. In diesen Fällen soll es künftig keine Strafverfolgung nach Bundesrecht mehr geben, wie das Justizministerium in Washington mitteilt. In Kalifornien bieten bereits Firmen Marihuana als Medizin an. Quelle: Welt Online http://www.welt.de/wissenschaft/medi...s-Medizin.html Was meint ihr dazu? lg. |
|
#8
|
||||
|
||||
|
Ich gebe nur zu bedenken, dass durch eine Drogenfreigabe nicht nur der Schwarzmarkt verschwindet, sondern auch der Preis für die Drogen sinkt.
Das hat zur Folge, dass sich jeder Jugendliche von seinem Taschengeld ganz legal Drogen kaufen kann. Ob das der richtige Ansatz ist ? |
|
#9
|
||||
|
||||
|
Hallo Kuntz,
interessante Überlegung, würde mich auch interessieren, ob das ein Problem ist womit sich die Portugiesen beschäftigen müssen. Wenngleich ich denke, dass es eher eine untergeordnete Rolle neben der eigentlichen Problematik spielen sollte... Was meinst Du? Aber eine ähnliche Geschichte kenne ich aus einer Famulatur in der Psychiatrie im Drogenentzug. Ein paar von den jungen Erwachsenen haben mir erzählt, dass sie und andere, als Heroin Abhängige es nicht schaffen, sich ihre Dosis einzuteilen. Das heisst, sie verheizen im Wesentlichen immer alles, was sie so zu Hause haben. Die Folge, sie stellen ihr Zeug an Freitagen oder Samstagen auf um es an diesen Tagen und bis zum Sonntag zu gebrauchen. Daher sind die Preise an diesen Tagen immer am höchsten. Ab Mo interessieren sich scheinbar nicht mehr so viele, somit sind die Preise am Mo am tiefsten und steigen stetig bis zum Wochenende hin wieder an. Auf meine Frage, sich am Mo das Zeug aufzustellen um es dann sukzessive zu gebrauchen, antworteten sie, dass dies eben nicht möglich sei, weil der Heisshunger zu groß wäre, als es ruhig im Kasten liegen zu lassen... lg, Christian.
__________________
"May you live all the days of your life." -Jonathan Swift |
|
#10
|
||||
|
||||
|
Hallo Christian !
Die eigentliche Problematik liegt natürlich beim Drogenhandel und denen die dabei über Leichen gehen um das große Geld zu verdienen. Und wer soll bei Drogenfreigabe das Zeug verkaufen dürfen ? Und zu welchem Preis ? Ich habe jede Menge Heroinabhängige im Entzug (war alkoholabhängig, jetzt trocken) kennengelernt und die meisten sagen übereinstimmend, daß eine Freigabe von Heroin ihr sicherer Tod wäre, da sie sich das Zeug dann legal kaufen könnten und der Preis bedeutend geringer wäre, die Gier danach aber genauso groß. Wäre interessant dazu Erfahrungen aus Ländern zu hören, die eine Art Drogenfreigabe praktiezieren. Ich kanns mir bei uns nicht vorstellen. Selbst bei der kontrollierten ärztlichen Methadon-Abgabe läuft längst nicht alles nach Plan. Die sinnvollste Lösung ist immer noch Prävention. Z.B. würde ich ab 7. Klasse jedes Jahr in der Schule einen Tagesausflug in einen Drogenentzug machen. Die Abschreckung des Gesehenen wirkt weit mehr als jede Warnung im vertrauten Klassenzimmer. Kuntz |
![]() |
| Lesezeichen |
| Themen-Optionen | Thema durchsuchen |
| Ansicht | |
|
|
Ähnliche Themen
|
||||
| Thema | Autor | Forum | Antworten | Letzter Beitrag |
| Drogen: LSD, Speed, Cannabis, ... | UltraBob | Neurologie, Psychologie und Sucht | 11 | 17.02.2010 22:27 |