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  #1  
Alt 02.12.2009, 11:18
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Beiträge: 110
MaLu2 ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Standard Warnung vor flüssigen Droge Burundanga - gibt es die??

Wer kennt sich damit aus?

es kursiert hier eine e-mail die davor warnt Visitenkarten von Unbekannten an Tankstellen oder sonstigen öffentlichen Orten entgegenzunehmen, die angeblich mit dieser flüssigen Droge getränkt sind. Sie soll Übelkeit, Schwindel und Ohnmacht hervorrufen und dazu gedacht sein, jemanden auszurauben, zu vergewaltigen usw.
Hat jemand schon einmal davon gehört?
Gibt es soetwas überhaupt oder ist das nur Fake?

LG Malu
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  #2  
Alt 03.12.2009, 10:34
Benutzerbild von Rene
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 13.09.2009
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Beiträge: 364
Rene befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard AW: Warnung vor flüssigen Droge Burundanga - gibt es die??

Hi MaLu,

angeblich steckt hinter diesem exotischen Namen (musste den selbst erst nachschlagen ) tatsächlich eine Droge, die aus Nachtschattengewächsen wie Engelstrompeten (Brugmansia) gewonnen wird und den in der Medizin bestens bekannten Wirkstoff Scopolamin enthält. Dessen Wirkung beruht auf der Blockade sog. Muskarinrezeptoren und wird therapeutisch u.a. zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen bei Kinetosen (Reisekrankheit) eingesetzt. In dem Fall wird es vorzugsweise als Pflaster (sog. transdermal-therapeutisches-System) verabreicht, um eine langsame und gleichmäßige Aufnahme zu erzielen (und so auch unerwünschte Wirkungen, wie starke Sedation (Beruhigung), Mundtrockenheit, verschwommenes Sehen zu vemeiden).

Weitere Infos zu Wirkungen bzw. Nebenwirkungen (aus Wikipedia):

Scopolamin wirkt bei niedriger Dosierung leicht beruhigend und hemmend auf das Brechzentrum im Gehirn. Bei höherer Dosierung wirkt es dämpfend und sorgt für einen Zustand der Apathie. Da es in diesem Fall auch für einen Zustand der Willenlosigkeit sorgen kann, wurde es in den 1950er Jahren bis zum Aufkommen von Natrium-Pentothal als Wahrheitsserum eingesetzt.

Scopolamin hat folgende Nebenwirkungen (Dosis unter 5 Milligramm, nicht-subkutan):

* Mundtrockenheit
* Sehstörungen
* Halluzinationen
* Koordinationsstörungen
* Probleme bei der Entleerung der Blase (Miktionsstörungen)
* Juckreiz
* Deliröse Zustände
* Gedächtnisstörungen (Paramnesien)
http://de.wikipedia.org/wiki/Scopolamin


Die von dir erwähnte Mail, in welcher behauptet wird, dass eine Gefahr von mit der Droge getränkten Visitenkarten ausgeht, halte ich für eine Falschmeldung, da ein kurzer Hautkontakt meiner Meinung nach nicht genügt, um eine ausreichende Aufnahme und damit entsprechende Wirkung zu erzielen.

Ich habe auch im Internet mehrere Seiten entdeckt, auf denen Mails mit solchen Inhalten dezidiert als Falschmeldungen deklariert werden, beispielsweise hier:

http://irrglauben.de/index.php/Burundanga
In einigen Ländern Latein- bzw. Südamerikas, etwa Kolumbien, benutzen Kriminelle diese dort als Burundanga bekannte Droge, um ihre Opfer gefügig zu machen. Sie werden ausgeraubt oder vergewaltigt. Um eine ausreichende Wirksamkeit des Mittels zu erzielen, muss die Droge jedoch inhaliert oder geschluckt werden. Dazu werden den Opfern zum Beispiel präparierte Zigaretten oder Getränke angeboten. Über Hautkontakt, etwa mit einer Visitenkarte, ist keine ausreichende Wirkung zu erzielen. Dazu ist die Kontaktzeit zu gering. Erst ein deutlicher längerer, intensiver Hautkontakt könnte zu einer ausreichenden Aufnahme des Wirkstoffs führen. Anders als in der Kettenbrief-artig verbreiteten Legende behauptet, ist die Droge geruchs- und geschmacklos.

Behauptungen, derartige Methoden wären auch in anderen Ländern wie den USA oder in Europa üblich, entbehren jeder faktischen Grundlage. Auch die Behauptung, die von manchen Gebrauchtwagenhändlern an Seitenscheiben auf der Straße abgestellter Fahrzeuge angebrachten Kaufangebote und Visitenkarten seien zum Teil mit der Droge präpariert, ist frei erfunden.


Was man jedoch mitnehmen kann, ist wie oben angeführt, besonders beim Reisen in die erwähnten Länder, vorsichtig bei von Fremden angebotenen Zigaretten und Getränken zu sein (das dürfte einem jedoch auch der gesunde Menschenverstand sagen ).

lg,

Rene
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  #3  
Alt 03.12.2009, 15:21
Erfahrener Benutzer
 
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Beiträge: 110
MaLu2 ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Standard AW: Warnung vor flüssigen Droge Burundanga - gibt es die??

Entwarnung;-)
Hallo Rene,
danke für deine ausführliche Antwort. Ich habe inzwischen auch im Internet nachgeforscht, auch die in der e-mail erwähnten Fachdienst für Gesundheitsaufsicht und Infektionsschutz, den es tatsächlich gibt, aber dort gibt es auch schon Komentare dass es sich um ein Hoax handelt. Auf den Seiten der TU Berlin kann man auch nachschaun, die sammeln solche Meldungen ebenfalls und ich hab nachgelesen, dass es sich so verhält wie du sagst: Droge gibt es aber nicht bei Kontakt mit der Haut gefählich.
Aber ok, besser so, man weiß ja nie auf was "oberschlaue" Leute kommen was man heute für unmöglich hält kann morgen schon Wirklichkeit werden....manchmal.
LG
MaLu
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